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Aktuelles aus der Gemeinde

Pionier fördert Biodiversität

Zitterpappel„Baum des Jahres – Die „Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ hat dieses Jahr die Zitterpappel (Populus tremula) gekürt. Diese Wahl soll die ökologische Bedeutung der auch als Aspe oder Espe bekannten Pionierbaumart im Klimawandel unterstreichen.

Charakteristisch für die Zitterpappel ist ihre breit verzweigte Krone und ihre beweglichen Blätter, die aufgrund ihrer langen Blattstiele bei jeder Luftbewegung zittern (lat. tremula). Davon leitet sich ihr Name ab

Doch nicht nur ihre elegante Erscheinung macht die zu den Weidenbäumen zählende Zitterpappel so besonders. Sie bietet auch vielen Tieren einen Lebensraum. „Mehr als 60 Schmetterlingsarten nutzen sie als Futterpflanze, Spechte zimmern Höhlen in das weiche Holz, und viele Singvögel profitieren von ihrem reichen Insektenangebot“, teilt die Wodarz-Stiftung mit.

Die schnellwüchsige Pionierbaumart Populus tremula bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze mit gut durchlässigen, frischen Böden. Sie erweist sich als sehr widerstandsfähig, unter anderem gegenüber Frost und Wind, und kann sich in unterschiedlichen Landschaften behaupten.

Gerade im Klimawandel spielt sie eine wichtige Rolle beim Walderhalt: Nach Stürmen, Bränden oder Kahlschlägen ist sie oft die erste Baumart, die zurückkehrt. Durch ihr weit verzweigtes Wurzelsystem kann sie sich vegetativ vermehren und bildet so ganze Pappelhaine.

Berühmtes Beispiel ist „Pando“ in Utah (USA), ein gewaltiger Klon aus 47.000 Stämmen der Amerikanischen Zitterpappel (P. tremuloides), der auf 43 Hektar als größter lebender Organismus der Welt gilt.

Ihr Holz ist hell, leicht und gut zu bearbeiten – ideal für Zündhölzer, Sperrholz, leichte Möbel oder für Papier. Früher nutzte man die Blätter für Salate oder fermentierte sie als vitamin-C-reichen Ersatz für Sauerkraut. Die Rinde enthält Salicylate, welche für medizinische Anwendungen genutzt werden.

In der Forstwirtschaft spielt die Zitterpappel eine wichtige Rolle, weil sie als Pionierbaum den Boden verbessert und die Biodiversität fördert. In offenen Agrarlandschaften wird sie gerne gepflanzt, um Winderosion zu verringern.

An Ackerrändern bilden Zitterpappeln oft lange Reihen oder Alleen, um Winderosion zu mindern.

Quelle: https://baum-des-jahres.de

Tipps zum Bäumepflanzen

1. Beste Pflanzzeit
Die ideale Zeit ist Herbst (September bis November) oder Frühling (März bis Mai), solange der Boden frostfrei ist. In dieser Ruhephase können Wurzeln wachsen, ohne dass der Baum Blätter versorgen muss.

2. Vorbereitung und Pflanzung
Wählen Sie baumartgerechte Standorte mit ausreichend Platz. Heben Sie ein Pflanzloch doppelt so breit wie der Wurzelballen aus, lockern Sie den Boden auf und mischen Sie Kompost ein. Pflanzen Sie nicht zu tief, stützen Sie mit Pfählen ab, gießen Sie reichlich und bilden Sie einen Gießrand.

3. Zitterpappel
Wäre der Baum des Jahres 2026 ideal als heimische Pflanzart? Ja, das Pflanzen einer Zitterpappel in Deutschland ist im Klimawandel sinnvoll, da sie als robuste Pionierbaumart Kahlflächen schnell besiedelt und widerstandsfähig gegen Hitze, Dürre und Wetterextreme ist. Doch sie sollte zum Beispiel in kleinen Gärten sparsam eingesetzt werden, da ihr schnelles Wachstum mit den Wurzelausläufern invasiv wirken und andere Pflanzen verdrängen könnte.

4. Welche Baumarten?
Wählen Sie standortgerecht (sonnig/trocken) und pflanzen Sie vielfältig, um Monokulturen zu vermeiden. Diese Arten stammen aus Forschungsprojekten wie „Stadtgrün 2021“ und Empfehlungen von NABU oder GALK. Sie priorisieren heimische oder angepasste Sorten für Biodiversität, zum Beispiel:

  • Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos): extrem hitze- und trockenheitsverträglich, stadtklimafest
  • Hainbuche (Ostrya carpinifolia / Carpinus betulus): tiefwurzelnd, standfest, toleriert Trockenheit und Frost
  • Eisenholzbaum (Parrotia persica): hitze- und trockenheitsresistent, schöne Herbstfärbung, anpassungsfähig
  • Baumhasel (Corylus colurna): anspruchslos, windfest, hitze- und trockenheitstolerant auf verschiedenen Böden
  • Feldahorn (Acer campestre): frosthart, windfest, kalkliebend, flaches Wurzelsystem für nicht tiefe Böden
  • Amberbaum (Liquidambar styraciflua): trockenheitsverträglich, für größere Flächen geeignet, tolle Färbung
  • Zelkove (Zelkova serrata): schmale Krone, hitze- und trockenheitsresistent, ideal für enge Räume

5. Nachpflege
Gießen Sie regelmäßig, besonders im ersten Jahr, und mulchen Sie mit Rinde gegen Austrocknung. Düngen Sie sparsam mit Hornspänen und schützen Sie vor Wildverbiss. Lokale Naturschutzorganisationen wie der NABU bieten oft kostenlose Beratung oder Aktionen an.

Mittwoch, 18.Februar 2026

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