Zum Tag der Mülltrennung (7. März) und des Recyclings (18. März)
Tadelloses Trennen ist Trumpf
Die privaten Haushalte in Deutschland schmeißen jedes Jahr knapp 40 Millionen Tonnen Müll weg, darunter überwiegend Verpackungen. Dass wir die möglichst ins Recycling bekommen, erfordert unsere angestrebte Kreislaufwirtschaft. Doch davon sind wir noch weit entfernt. Damit wir das Potenzial zur Wiederverwertung ausschöpfen, ist es zunächst mal wichtig, den eigenen Abfall richtig zu trennen.
In Sachen Mülltrennung müssen wir noch besser werden, heißt es nicht nur beim Naturschutzverband Nabu: Noch seien mehr als 65 Prozent des Abfalls in der Restmülltonne verwertbare Bioabfälle und brauchbare Wertstoffe, die nicht in die graue oder schwarze Tonne gehören, deren Abfall verbrannt und die dabei freigesetzte Wärme zur Energiegewinnung genutzt wird – sogenannte energetische Verwertung. Und die durchschnittliche Gelbe Tonne, in die ausschließlich Verpackungsmaterial rein darf, enthält laut Umweltbundesamt 20 bis 40 Prozent Abfälle, die da nicht reingehören – sogenannte Fehlwürfe.
„In Deutschland wird die Mülltrennung zum IQ-Test“, hieß es mal im Wochenblatt Die Zeit (bitte ins Altpapier!).
Aufkommen an Haushaltsmüll
In Deutschland fielen im Jahr 2024 rund 37,7 Mio. t Haushaltsmüll an. Das waren eine Million Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Pro‑Kopf‑Menge stieg auf 452 kg.
Größter Posten ist der Haus‑ und Sperrmüll:
15,6 Mio. t wurden gesammelt – das sind 187 kg je Einwohner.
Auf Vorjahresniveau blieb mit 11,2 Mio. t die Wertstoffsammlung von Verpackungen, Glas, Metallen, Papier, Pappe, Karton, Holz, Kunststoffen und Textilien.
In der Biotonne landeten mit 5,3 Mio. t gut zwei Prozent mehr als im Jahr 2023.
Altpapier sank auf 4,6 Mio. t oder um drei Prozent – auf den tiefsten Stand seit 2004.
Quellen:
www.euwid-recycling.de
Statistisches Bundesamt (www.destatis.de)
Was gehört in welche Tonne?
1. Energiesparlampe?
Muss aufgrund ihres Quecksilbergehalts als gefährlicher Abfall separat entsorgt werden. Werden von Recycling- bzw. Wertstoffhöfen entgegengenommen.
Sammelstellen: https://www.lightcycle.de
2. Hundekot?
Darf nicht in die Biotonne, sondern in den Restmüll. Der Kot gefährdet die Kompostqualität und birgt gesundheitliche Risiken, da voller Keime, die bis 70 °C Temperatur überleben und in die Nahrungskette gelangen können.
3. Joghurtbecher oder Marmeladengläser spülen?
Gelbe Tonne bzw. Altglascontainer. Deckel abtrennen und löffelrein auskratzen. Ausspülen ist unnötig – wird in der Sortieranlage gereinigt. Papierummantelungen in die Papiertonne.
4. Trinkgläser?
Nicht ins Altglas! Das Glas hat eine andere Zusammensetzung als Getränkeflaschen, Marmeladen- oder Hustensaftgläser. Trinkgläser, Spiegel und Fensterscheiben gehören in den Restmüll.
5. CDs und DVDs?
Sie bestehen überwiegend aus Polycarbonat und Aluminium. Daraus können wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden, müssen dafür aber zum Recyclinghof gebracht werden.
Leere Hüllen in die Gelbe oder Wertstofftonne, Booklets ins Altpapier.
6. Papiertüten mit Sichtfenster?
Dürfen ins Altpapier. Idealerweise Sichtfenster abmachen und in der Gelben oder Wertstofftonne entsorgen. So erspart man der Papiermühle das Entfernen der Störstoffe.
7. Elektroschrott?
Niemals in den Hausmüll! Recyclinghöfe oder der Handel nehmen ihn kostenlos zurück.
8. Wurst‑ und Käsepapier?
In die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack oder die Wertstofftonne, da das Papier meist so stark beschichtet ist, dass es mehr Kunststoff als Papier ist.
9. Pappverpackung mit Grünem Punkt?
Material ist Trumpf, nicht der Grüne Punkt. Also: die Pappe ins Altpapier.
10. Beschichtete Papierverpackung?
In die Gelbe oder Wertstofftonne. Im Altpapier stören sie den Recyclingprozess, da sich die Papierfasern nicht lösen können.
Testen Sie Ihr Wissen beim NABU‑Haushaltsmüllquiz:
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/23425.html
Gut zu wissen
In welche Tonne muss ich meine ausgediente Zahnbürste jetzt noch mal reinwerfen?
Antwort: Sie gehört in Deutschland in den Restmüll oder in die Wertstofftonne – aber nicht in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
Warum nicht, schließlich ist die Plastikzahnbürste doch recycelbar? Ja, das Problem ist kein technisches. Die meisten Plastikgegenstände sind recycelbar und können stofflich verwertet werden. Dass sie dennoch nicht in den Gelben Sack dürfen, hängt mit der Zuständigkeit dafür zusammen. Die Rest‑, Bio‑ und Papiermüllentsorgung ist Aufgabe der Kommune, während die Rücknahme von Verpackungen privatwirtschaftlich organisiert ist: beim „Dualen System“. Deshalb darf in Gelbe Tonnen oder Säcke nur, was einmal Verpackung war.
Landet auch die Plastikschüssel oder der Blumentopf aus Polypropylen (PP) darin, spricht die Branche vom „intelligenten Fehlwurf“. Dabei ist Abfall aus reinem PP am besten zu recyceln. Der Blumentopf wird also trotz falscher Abfalltonne voraussichtlich seinen Weg in die Recyclinganlage finden.
Für Kunststoffverpackungen aus Gelber Tonne bzw. Gelbem Sack lag die werkstoffliche Recyclingquote für das Jahr 2024 bei 70,8 Prozent. Vielerorts ist immer noch das Vorurteil verbreitet, dass „fast alles, was im gelben Sack oder der gelben Tonne landet, sowieso verbrannt“ werde, heißt es aus dem Umweltbundesamt. Doch die Behörde versichert: „Das Recycling funktioniert messbar und zuverlässig.“
Moderne Anlagen können den Inhalt zwar systematisch sortieren – aber nicht so gut und sauber wie Menschen. Daher beginne effizientes Recycling im privaten Haushalt, betont der Nabu: „Kunststoff und Aluminium würden beispielsweise im Restmüll bei einer Verpressung im Müllwagen zu stark durch Essensreste, Windeln und anderen Müll verschmutzt, als dass man sie nachträglich noch heraussortieren könnte.“ Je besser zu Hause getrennt wird, umso leichter können Verpackungen in den Anlagen sortiert und später recycelt werden. (tb)
Weitere Informationen:
https://www.muelltrennung-wirkt.de/de/
https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/verpackungsrecycling-gelingt-nur-richtiger
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/19838.html