Gemeinde passt Ausgaben an – klare Prioritäten für die Zukunft
Die angespannte Haushaltslage der Gemeinde Feldkirchen-Westerham beschäftigt derzeit Verwaltung und Gemeinderat intensiv. Nach der bereits veröffentlichten Information zur aktuellen Finanzsituation hier nun einen vertieften Einblick in konkrete Maßnahmen und geplante Schritte.
Klimaschutz-Förderung vorerst ausgesetzt
Ein erster Einschnitt betrifft die Förderrichtlinie Klimaschutz. Seit 2022 konnten damit zahlreiche private Maßnahmen wie Stromspeicher, Regenwasserzisternen oder Dachbegrünungen unterstützt werden. Insgesamt wurden rund 450 Projekte mit etwa 245.000 Euro gefördert. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage hat der Gemeinderat nun entschieden, diese freiwillige Leistung rückwirkend zum 23. April 2026 auszusetzen. Wichtig ist: Bereits gestellte Anträge können wie zugesagt umgesetzt werden. Bereits eingereichte Verwendungsnachweise werden noch bearbeitet, aber neue Anträge werden nicht mehr entgegengenommen. Eine mögliche Neuauflage der Förderung wird für das Jahr 2029 erneut geprüft.
Klare Prioritäten bei Bauprojekten
Auch bei den Hoch- und Tiefbaumaßnahmen setzt die Gemeinde neue Schwerpunkte. Grundlage dafür ist eine laufend aktualisierte Prioritätenliste, die sowohl die finanzielle Leistungsfähigkeit als auch personelle Ressourcen und die Dringlichkeit der Projekte berücksichtigt.
Bereits begonnene Maßnahmen werden konsequent fertiggestellt. Dazu gehört insbesondere der neue Dorfplatz mit Büchereierweiterung, Volkshochschule und Café, dessen Fertigstellung weiterhin für Ende 2026 vorgesehen ist.
Große Bedeutung behalten zudem sicherheitsrelevante Projekte. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen im Brandschutz – etwa an der Grundschule Höhenrain – sowie Projekte des Hochwasserschutzes wie das Sturzflutrisikomanagement in Vagen und am Feldkirchener Bach.
Kindergarten Höhenrain bleibt wichtiges Ziel
Der geplante Anbau und die Erweiterung des Kindergartens Höhenrain sollen grundsätzlich umgesetzt werden. Aufgrund der angespannten Finanzlage wird derzeit geprüft, in welchem Umfang einzelne Bausteine zeitlich verschoben werden können.
Dabei geht es vor allem um Maßnahmen, die für den laufenden Betrieb nicht zwingend erforderlich sind, etwa die Erneuerung des Turnhallenbodens. Die eigentliche Erweiterung für Krippe und Hort gilt hingegen als dringend notwendig und ist fachlich unumstritten.
Weitere Einsparpotenziale werden geprüft
Neben einzelnen Projekten wird aktuell der gesamte Haushalt durchleuchtet. Ziel ist es, in allen Bereichen Einsparpotenziale zu identifizieren – sowohl bei Pflichtaufgaben als auch bei freiwilligen Leistungen.
Auch die Personalkosten stehen auf dem Prüfstand, unter anderem mit Blick auf derzeit unbesetzte Stellen. Konkrete Entscheidungen zu weiteren Einsparungen stehen jedoch noch aus und werden im Rahmen der laufenden Haushaltsberatungen getroffen.
Gemeinsam Lösungen finden
Bürgermeister Johannes Zistl ordnet die Situation so ein:
„Die aktuelle Haushaltslage stellt uns vor große Herausforderungen. Im bereits für 2026 geplanten Verwaltungshaushalt müssen 4 Millionen Euro eingespart werden, um einen deckungsfähigen Haushalt darstellen zu können. Gemeinderat und Verwaltung arbeiten dafür eng und konstruktiv zusammen, um verantwortungsvolle Lösungen zu entwickeln. Wir überprüfen derzeit sowohl Ausgaben als auch Einnahmemöglichkeiten und müssen dabei auch Einschnitte vornehmen. Unser Ziel ist es, die notwendigen Maßnahmen so ausgewogen wie möglich zu gestalten und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam tragfähige Lösungen finden werden. Wichtig bleibt dabei eine klare Priorisierung und eine transparente Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit. Gemeinsam schaffen wir das!“
Ziel sei es, notwendige Einschnitte ausgewogen zu gestalten und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern. Eine klare Priorisierung und transparente Information der Bürgerinnen und Bürger stehen dabei im Mittelpunkt.
Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham stellt sich auf eine Phase der Konsolidierung ein. Notwendige Einsparungen gehen mit klaren Prioritäten einher: Sicherheit, laufende Projekte und wichtige Infrastruktur bleiben im Fokus – freiwillige Leistungen werden vorübergehend eingeschränkt.