Extremhitze – Stiller Killer
Hitze ist in Deutschland das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko. Doch vielerorts fehlt noch das Bewusstsein dafür, um vor Ort ausreichende Maßnahmen gegen extreme Hitze einzufordern.
Ein wichtiger Impuls ist der bundesweite Hitzeaktionstag, der seit 2023 jährlich mit vielen Veranstaltungen zur Aufklärung und Vernetzung beiträgt.
Zwischen 2018 und 2020 soll es in den Sommermonaten aufgrund extremer Hitze rund 19.300 Todesfälle gegeben haben. Das berichtet der Medienservice Klima und Gesundheit der Stiftung „Gesunde Erde Gesunde Menschen“ unter Verweis auf eine Studie aus dem Jahr 2022.
Als Extremhitze gelten Phasen, die deutlich über dem üblichen Temperaturniveau liegen und eine hohe Gesundheitsgefährdung darstellen.
Ab etwa 32 Grad spricht etwa die Stadt Frankfurt von starker Wärmebelastung, ab 38 Grad von extremer Belastung.
Solche Temperaturen über längere Zeit setzen den menschlichen Körper stark unter Stress. Die Folge: Erschöpfung, Kreislaufprobleme – im Extremfall ein Hitzschlag.
Hitze gilt als „stiller Killer“, da sie die Sterblichkeit unter anderem bei
- Schlaganfällen
- Herzinfarkten
- Atemwegserkrankungen
- Frühgeburten
deutlich erhöhen kann.
Wer besonders gefährdet ist
- Ältere Menschen und chronisch Kranke
- Personen mit Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen
- Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere
- Menschen, die im Freien arbeiten (z. B. Bau, Landwirtschaft, Müllabfuhr)
- Sozial isolierte Menschen, Obdachlose und Personen in schwierigen Wohnverhältnissen
Doch auch gesunde Erwachsene sind betroffen:
- Ab 26 Grad lässt die Konzentration nach
- Ab 32 Grad sinkt die Leistungsfähigkeit deutlich
Bei extremen Bedingungen (37 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit) kann der Körper kaum noch Wärme abgeben.
Wie stark Hitze belastet, hängt jedoch nicht nur von der Temperatur ab. Weitere Faktoren sind: Luftfeuchtigkeit, Wind, Sonneneinstrahlung, Aktivität, Kleidung sowie persönliche Voraussetzungen wie Alter und Gesundheitszustand.
Fehlende Vorbereitung
Trotz der Risiken gibt es bisher vielerorts unzureichende Vorbereitungen auf extreme Hitzeereignisse.
Bei langanhaltenden Hitzewellen geraten gleichzeitig unter Druck:
- Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
- Energieversorgung
- Trinkwasserversorgung
Das zeigt, wie wichtig kommunale Hitzeschutzpläne und Anpassungsstrategien sind.
Sieben Tipps bei Hitze
-
Ausreichend trinken
2–3 Liter täglich (Wasser, ungesüßter Tee, Saftschorlen) – auch ohne Durst. Alkohol und koffeinhaltige Getränke vermeiden. -
Anstrengung reduzieren
Körperlich belastende Tätigkeiten in die Morgen- oder Abendstunden verlegen. Mittagshitze möglichst meiden. -
Räume kühl halten
Fenster tagsüber geschlossen halten, Rollläden und Vorhänge nutzen. Nachts und frühmorgens gut lüften. -
Körper kühlen
Leichte, helle Kleidung tragen. Kopf schützen und Haut mit Wasser oder feuchten Tüchern kühlen. -
Risikogruppen im Blick behalten
Ältere, Kranke und Alleinstehende aktiv ansprechen und unterstützen. -
Warnungen beachten
Hinweise des Deutschen Wetterdienstes verfolgen. Bei Symptomen wie Schwindel, Übelkeit oder Krämpfen sofort handeln. -
Kühle Orte aufsuchen
Zum Beispiel Bibliotheken, Bürgerhäuser, Kirchen oder Schwimmbäder nutzen.
Weitere Informationen bieten:
- Medienservice Klima und Gesundheit: https://medienservice-klima-gesundheit.de
- Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de
- ie Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen bietet mit ihrem Medienservice Klima & Gesundheit ein Dossier zum Thema Hitzestress und Extremwetter
an: https://medienservice-klima-gesundheit.de/dossiers/hitzestress-extremwetter/