Bürgerpreis 2026: Ein starkes Zeichen gegen Einsamkeit – Auszeichnung auch für den Senioren- und Heimatverein
Große Anerkennung für gelebtes Miteinander: Der Bayerische Landtag hat den Bürgerpreis 2026 an fünf herausragende Initiativen im Freistaat vergeben. Unter dem Motto „Gemeinsam weniger einsam – Wegbereiter für ein Miteinander“ standen in diesem Jahr Projekte im Fokus, die Menschen zusammenbringen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Umso erfreulicher ist aus Sicht der Gemeinde Feldkirchen-Westerham: Auch der Senioren- und Heimatverein Feldkirchen-Westerham e. V. von 1871 gehört zu den ausgezeichneten Preisträgern.
Engagement gegen Einsamkeit gewürdigt
Die Auswahl war alles andere als einfach: Insgesamt 262 Initiativen aus ganz Bayern hatten sich beworben. Ein unabhängiger Beirat entschied sich schließlich für fünf Projekte, die in besonderer Weise dem Thema Einsamkeit entgegenwirken.
Landtagspräsidentin Ilse Aigner betonte die Bedeutung dieses Engagements: Einsamkeit sei ein oft unterschätztes gesellschaftliches Problem – umso wichtiger seien Menschen und Initiativen, die Begegnung ermöglichen und Gemeinschaft fördern.
Die Preisverleihung findet am 29. Oktober 2026 im Bayerischen Landtag statt. Das Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro wird unter den Preisträgern aufgeteilt.
Auszeichnung für den Senioren- und Heimatverein
Mit dem Senioren- und Heimatverein Feldkirchen-Westerham wird ein Verein geehrt, der seit Jahrzehnten fest im Gemeindeleben verankert ist. Sein Ansatz ist dabei ebenso einfach wie wirkungsvoll: Gemeinschaft schaffen, Geschichte bewahren und Menschen aktiv einbinden.
Der Verein bietet älteren Bürgerinnen und Bürgern nicht nur ein vielfältiges Programm mit Ausflügen, Veranstaltungen und regelmäßigen Treffen, sondern verfolgt von Beginn an ein klares Ziel: Menschen im Alter aus der Einsamkeit zu holen und ihnen eine Gemeinschaft zu bieten.
Diese Idee reicht bis ins Jahr 1871 zurück. Damals gründete Lehrer Johann Baptist Korntheuer den Verein – mit dem Bewusstsein, dass insbesondere ältere Menschen oft Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren.
Mehr als ein klassischer Seniorenverein
Heute ist der Senioren- und Heimatverein weit mehr als ein Treffpunkt für Geselligkeit. Ein besonderes Merkmal ist das Engagement für die Heimatkundliche Sammlung der Gemeinde, die vom Verein betreut wird. Dabei geht es um die Sicherung und Vermittlung regionaler Geschichte – von historischen Dokumenten bis hin zu Ausstellungen.
Darüber hinaus unterstützen die Mitglieder auch Bürgerinnen und Bürger bei Ahnenforschung und historischen Recherchen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Identität der Gemeinde.
Ehrenamtlich für die Gemeinschaft
Ein weiterer Baustein des Engagements ist die Beteiligung am Bürgerprojekt „Gmoabus – Bürger fahren für Bürger“. Hier bringen ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer Menschen innerhalb des Gemeindegebiets flexibel von A nach B – insbesondere jene, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Der Gmoabus steht exemplarisch für das, was den Verein ausmacht: praktische Hilfe im Alltag, getragen von Ehrenamt und Gemeinschaftssinn.
Verdiente Anerkennung für langjähriges Engagement
Die Auszeichnung mit dem Bürgerpreis ist damit auch eine Würdigung eines außergewöhnlich langen und kontinuierlichen Engagements: Seit über 150 Jahren bringt der Senioren- und Heimatverein Menschen zusammen, stärkt das gesellschaftliche Miteinander und bewahrt zugleich das kulturelle Erbe der Gemeinde.
Gerade in einer Zeit, in der Einsamkeit viele Generationen betrifft, zeigt dieses Beispiel eindrucksvoll, wie wichtig lokale Initiativen sind – und wie viel sie bewirken können.
Die Gemeinde gratuliert dem Senioren- und Heimatverein Feldkirchen-Westerham herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung.